11.12.2017

Leonard Weiss: „Da habe ich richtig Bock drauf“

In der kommenden Saison erlebt die VLN ein weiteres Vater-Sohn-Duell. Das Wochenspiegel Team Monschau geht mit einem zweiten Ferrari 488 GT3 in der Klasse SP9 an den Start. Einer der Piloten wird Leonard, der Sohn von Georg Weiss sein. Betreut wird das zweite Cavallino rampante von Rinaldi Racing. Mit Christian Menzel bekommt der 19-Jährige einen erfahrenen Fahrer an die Seite gestellt. VLN.de sprach mit dem „jungen Wilden“ über die Faszination Motorsport und insbesondere der Nordschleife sowie seine Ziele für 2018.

Wie bist Du zum Motorsport gekommen?
Mein Papa hat Motorsport betrieben, seitdem ich denken kann. Er hat mich als Kind schon mit zur VLN und zum Nürburgring mitgenommen. Ich fand es cool, wenn er Rennen gefahren ist. Ich selber bin als Jugendlicher eigentlich nur ab und an mal mit Freunden in der Halle just for fun Kart gefahren. Mein Faible für Autos habe ich dann endgültig mit 18 mit der bestandenen Führerscheinprüfung und meinem ersten eigenen Auto entwickelt. Und so bin ich da reingerutscht.

Was fasziniert Dich an der Nordschleife?
Ich bin schon früher auf der Playstation immer nur die Nordschleife abgefahren. Es ist einfach eine Strecke, die alles Interessante in sich vereint. Ständig wechseln die Bedingungen. Es ist immer eine Herausforderung. Man erlebt jedes Mal etwas Neues. Man lernt nie aus. Die Nordschleife ist legendär.

Was gefällt Dir an der VLN?
Dass du mit vielen verschiedenen Autos und Klassen ein Rennen bestreitest. Der Mix ist spannend. Du fährst nicht einfach nur ein Rennen. Es kommt auch sehr auf die geeignete Strategie an. Du musst auch lernen, wie du dich in dem breit aufgefächerten Feld auf der langen Strecke am besten verhältst. Du musst auf die anderen aufpassen, gucken, wer von hinten kommt usw.

Du hast letzte Saison bereits an den letzten fünf Läufen der VLN teilgenommen. Wie waren deine Eindrücke?
Ich habe 2017 mit dem Cayman GT 4 in der RCN angefangen. Dann bin ich zwei Läufe in dem kleinen Cayman von Andre Krumbach in der V5 gefahren. Das war schon eine enorme Umstellung, eine ganz neue Erfahrung für mich. Ein Auto mit manueller Schaltung und Kupplung zu steuern. Und die letzten drei Läufe habe ich in der GT4-Klasse bestritten.

Jetzt steigst du von dem Cayman in den Ferrari um. Du fährst in der Topklasse der VLN. Da freust Du dich sicher sehr drauf…
Ja, da freue ich mich tierisch drauf. Da habe ich richtig Bock drauf. Ich will jetzt erstmal lernen, wie man so ein Auto bewegt, wie es sich in gewissen Situationen verhält. Ich sehe dieses Jahr als Einstieg in den GT3-Sport. Es geht mir nicht ums Gewinnen. Natürlich habe ich trotzdem sportlichen Ehrgeiz.

Hast Du schon Erfahrungen mit dem Ferrari sammeln können?
Am Trackday bin ich mit dem Auto über die Grand-Prix-Strecke gefahren. Das war beeindruckend. Im Vergleich zu dem Cayman war das etwas ganz Anderes. Das sind zwei verschiedene Welten. Von der Aerodynamik, den Bremsen, dem Fahrwerk bis hin zur Geschwindigkeit, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit Christian Menzel bekommst Du einen sehr guten Coach an die Seite gestellt. Von ihm wirst Du sicher auch viel lernen können…
Das glaube ich auch, dass er da der richtige Mann für ist. Er war auch beim Trackday mit dabei. Nach den paar Runden, die ich mit ihm da gefahren bin und auch nach den Gesprächen, die wir hatten, habe ich schon gemerkt, wie ich immer schneller und schneller wurde, dank seiner Tipps.

Dann kannst Du 2018 deinem Vater in der VLN in der SP9 auch mal zeigen, was eine Harke ist…
Ja, wir necken uns schon die ganze Zeit deswegen. Wir werden erst mal auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona fahren. Mein Papa hat gesagt, nach zwei Tagen sollte ich schneller sein als er. Ich bin da zuversichtlich.

Was ist denn dein Ziel für 2018? Willst Du den Motorsport eventuell mal professionell betreiben?
Ich will erstmal mein BWL-Studium an der FH Aachen in Ruhe zu Ende machen. Den Rest wird die Zeit bringen. Grundsätzlich sehe ich das momentan für mich als reines Hobby an.