18.08.2017

Meisterschaftsanalyse vor VLN 5

Zwei Fahrertrios, die in der Langstreckenmeisterschaft auf Porsche Cayman setzen, führen nach vier von neun Rennen das Tableau der weltweit größten Breitensportserie an: VLN-Produktionswagen vs. Cayman GT4 Clubsport.

Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils haben in der Saison 2017 nach wie vor eine weiße Weste. Das Trio gewann im Porsche Cayman des Pixum Team Adrenalin Motorsport in seiner Klasse alle vier Rennen in der laufenden Saison. Im Schnitt war die V5 (VLN-Produktionswagen bis 2.500 ccm Hubraum) mit 13 Fahrzeugen besetzt, so dass aktuell 38,49 Punkte zu Buche stehen. „Momentan haben wir echt einen fantastischen Lauf, das kann einem schon fast unheimlich werden“, gestand Teamchef Matthias Unger.

Mit einem kleinen Respektabstand von 1,82 Punkten folgen Hamza Owega, Alex Schula und Moritz Kranz, die im Porsche Cayman GT4 Clubsport von Mühlner Motorsport in der Cayman Trophy by Manthey Racing am Start sind. Das Trio der in Belgien ansässigen VLN-Traditionsmannschaft war in der Cup-Klasse, die im Schnitt neun Fahrzeuge beherbergte, bislang dreimal erfolgreich. Nur einmal mussten sie sich als Zweite geschlagen geben.

Siege sind nicht alles
In der Langstreckenmeisterschaft erhalten gemäß der altbewährten Formel die Fahrer die meisten Punkte, die am meisten Gegner in ihrer Klasse hinter sich gelassen haben. So ist es zu erklären, dass Frank Kräling, der vier Siege in der Klasse SP7 einfuhr, nur auf dem sechsten Rang in der Fahrerwertung liegt. Bei den letzten drei Siegen wechselte sich der Winterberger unter anderem mit Christopher Brück am Volant des GetSpeed-Porsche ab. Der Kölner war beim ersten Lauf im Werks-Bentley in der GT3-Klasse am Start und sammelte mit Platz zwei von 33 Fahrzeugen mehr Punkte als sein Teamgefährte. So wird Brück aktuell als Dritter in der Tabelle geführt.

Vierte sind vor dem fünften Lauf Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen. In einem weiteren Fahrzeug von Adrenalin Motorsport, einem BMW 325i in der Klasse V4, holten sie die letzten beiden Klassensiege. Diese beiden Ergebnisse summieren sich mit einem zweiten und fünften Rang zu 36,05 Punkten. In der V4 sind durchschnittlich 17 Fahrzeuge mit von der Partie. Davon profitieren auch Marcel Manheller und Hajo Müller, die nach dem Sieg beim Auftaktrennen einen zweiten und zwei dritte Plätze folgen ließen – Rang fünf in der Tabelle mit 35,86 Zählern.

Die Siebtplatzierten, Andreas Gülden und Benjamin Leuchter, sind aktuell das erfolgreichste Team der 2017 neu ins Leben gerufenen TCR-Klasse. Im Volkswagen Golf von mathilda racing holte das Duo zwei Siege und einen dritten Rang. Bislang waren im Schnitt acht Fahrzeuge nach dem internationalen Tourenwagenreglement dabei, Tendenz steigend.

„Konstanz“ ist das Zauberwort
Die VLN-Saison 2017 umfasst neun Wertungsläufe. Am Ende des Jahres werden zwei Streichergebnisse eingerechnet, die den Breitensportcharakter der Serie unterstreichen. Einmal Aussetzen aufgrund von Sommerferien oder ein Nuller durch einen Ausfall – das kann man sich leisten. Trotzdem heißt das Zauberwort Konstanz. 2016 errangen die Meister Alexander Mies und Michael Schrey ebenso acht Klassensiege, wie Dirk und Tim Groneck ein Jahr zuvor und Rolf Derscheid und Michael Flehmer 2014. Als die Groneck-Brüder 2013 zum ersten Mal triumphierten, reichten ihnen sechs Klassensiege, was in der VLN-Historie zu den großen Ausnahmen zählt.