09.08.2017

Wenn der Vater mit dem Sohne…

Ein 18-jähriger Nachwuchspilot feiert beim 5. VLN-Lauf, dem ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, sein Debüt. Zusammen mit Vater Herbert und Thomas Leyherr wird Hendrik von Danwitz mit einem BMW 235i des Teams Lifecarracing in der Cup5-Klasse an den Start gehen.

Hendrik ist ein Späteinsteiger in den Motorsport. „Bis 14 habe ich Fußball gespielt, da hatte ich noch gar nicht die Verbindung zum Motorsport. Dann hat mein Vater mich mit zur Rennstrecke genommen und ich war gleich begeistert. In Kerpen bin ich auf der Kartbahn ein bisschen Leih-Kart gefahren. Das hat mir super Spaß gemacht, und ich bin voll eingestiegen“, schildert er seine Anfänge in der PS-Branche.

Und der junge Nachwuchspilot kann durchaus bereits Erfolge vorweisen. 2014 gewann er die Klubmeisterschaft des berühmten Kart-Club Kerpen-Manheim. Es folgten Siege im ADAC Kart Masters, der stärksten Kartserie Deutschlands, und die Qualifikation zum EM-Finale sowie zur DM. 2017 wechselte der Mann aus Tönisvorst in den Automobilrennsport. Und auch hier lief es direkt gut. In der NES 500, der National Endurance Series, fuhr er in Spa-Francorchamps und Oschersleben mit einem VW Scirocco des Teams Lubner Motorsport gleich zum Klassensieg und auf dem Lausitzring auf Platz zwei. „Ich wollte da erstmal Erfahrungen sammeln, um zu wissen, wie ein Rennen im Tourenwagen-Sport abläuft. Da die Nordschleife eine besondere Herausforderung ist, haben wir uns entschieden, so schnell wie möglich VLN zu fahren. Das ist auch der Plan für die Zukunft“, erklärt von Danwitz, der bis zum Saisonende mit dem BMW in der VLN starten will. Für nächstes Jahr ist dann der Umstieg in ein GT4-Fahrzeug geplant.

„Wie Bolle“ freut er sich auf das gemeinsame Erlebnis mit seinem Vater Herbert. Der 55-Jährige startete in der VLN in den letzten Jahren unter anderem mit einem Renault Clio und einem Audi TT RS, seit 2015 mit dem BMW M 235i. „Ich bin gespannt, das ist natürlich toll mit dem Vater zusammen zu fahren. Er will nach dieser Saison aufhören, er fährt ja schon länger in der VLN und kann mir Tipps geben. Er ist ehrgeizig und kritisch mit mir, da wird der Ton auch schon mal etwas rauer. Nächstes Jahr liegt der Focus dann vollkommen auf mir, und dann wollen wir mal gucken, was daraus wird“, sagt der Sohnemann, der jüngst auch seinen ersten Kontakt im Cockpit mit der legendären Strecke hatte. „Bei RCN bin ich mit dem BMW gefahren. Vorher kannte ich nur die Grand-Prix-Strecke. Die Nordschleife ist nochmal was komplett Anderes. Es war cool. Ich war auch relativ fix. Wir sind dann leider disqualifiziert worden, weil wir eine Runde zu viel gefahren sind.“

Trotz seines jungen Alters und der fehlenden Rennerfahrung gibt sich Hendrik von Danwitz aber selbstbewusst in Hinblick auf die kommenden Aufgaben: „Ein paar Top-Ten-Platzierungen sollten auf jeden Fall drin sein und nächstes Jahr will ich in der GT4-Klasse voll angreifen und auf mich aufmerksam machen.“