25.07.2017

Schrey: „Ich habe mich pudelwohl gefühlt“

Michael Schrey hat im vergangenen Jahr in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ordentlich abgeräumt, gewann die Meisterschaft und den BMW M235i Racing Cup und wurde schließlich als Sieger der BMW Sports Trophy zum erfolgreichsten BMW-Privatier der Welt gekürt. Neben Ruhm und Pokalen wurde ihm dabei die besondere Ehre einer Testfahrt im BMW M6 GT3 zuteil. Im Interview spricht der 34-Jährige über dieses Erlebnis.

Du durftest mit dem BMW M6 GT3 eine Testfahrt auf dem Nürburgring absolvieren, lass uns teilhaben an deinem Erlebnis…
Meine Vorfreude war groß. Ich hatte vor zirka sechs Jahren einmal die Möglichkeit einen Alpina B6 zu fahren. Eines der GT3-Autos der ersten Generation. Ich wusste ja, wie toll das damals war. Der M6 ist nun Mal eines der modernsten GT-Autos. Ich hatte viel Spaß und habe eine Menge gelernt. Ich glaube, ich habe mich auch nicht ganz blöd angestellt.

Im Vergleich zum Alpina B6, wo lagen da die Unterschiede?
Sicherlich, war überall etwas anders. Das gilt sowohl für die Bremse, für den Abtrieb, auch für die Antriebseinheit. Da hat es überall nochmal Fortschritte gegeben. Im Alpina war beispielsweise damals dieser relativ brutale Kompressor-Motor drin. Jetzt hat der BMW natürlich auch einen Turbo-Motor. Nicht nur deswegen ist das aktuelle Auto noch ein Stück weit fahrbarer. Alles ist angenehmer und softer geworden.

Der Porsche RSR oder der BMW M1, die Du bei den ADAC 24h classics gefahren bist, haben nochmal rund 250 Pferdestärken weniger. Inwieweit musstest Du deine Fahrweise der größeren Kraft unter der Haube anpassen?
Beim GT3 hast Du immer mal die Möglichkeit die Power auch dementsprechend einzusetzen. Ein Auto mit weniger Leistung verzeiht dir kleinere Fehler nicht ganz so sehr. Andererseits musst du auch mit dem GT3 sehen, dass du viel Schwung mit aus den Kurven nimmst, früh genug wieder auf dem Gas bist. So ähnlich wie das in anderen Rennautos auch der Fall ist. Der größte Unterschied ist das wirklich späte und brutale bremsen.

Hattest Du dich besonders auf diese Fahrt vorbereitet?
Ich hatte das Manual des M6 bekommen, wo dann doch der eine oder andere Knopf mal erläutert wurde. Mir war ja klar, dass es eine Testfahrt ist. Die Wetterbedingungen waren gut. Ich bin etwas aufgeregt eingestiegen, aber letztlich ist es ein Rennauto wie jedes andere auch. Im Nachhinein muss ich sagen, ließ er sich nach zwei, drei Runden auch relativ schnell und einfach fahren. Klar, bis du am Limit bist, oder merkst, was das Auto alles kann, vergehen ein paar Runden. Aber dann habe ich mich hinterher auch pudelwohl da drin gefühlt.

Bist Du auch über die Nordschleife gefahren?
Leider war es „nur“ der Grand-Prix-Kurs. Aber im Hatzenbach-Bogen und bei Start- und Ziel hast du ja zwei Punkte, wo du energisch bremsen musst. Die Veedol-Schikane und die Bielstein-Kurve, das sind schon zwei Kurven, wo du die Aerodynamik ein Stück weit spürst. Klar wäre ich auch gerne auf der Nordschleife ein, zwei Runden gegangen. Das ist mir leider verwehrt geblieben.

Was hast Du für Zeiten erzielt?
Es waren über 50 gefahrene Runden. Die Zeiten lagen irgendwo so bei 1:26,00 Minuten, was nicht ganz schlecht war. Ich hatte einen neuen Satz Reifen drauf, ich weiß aber nicht, was das für eine Mischung war. Es war extrem heiß. So ein Turbo-Motor ist bei kühleren Temperaturen natürlich angenehmer. Auch der Reifen hat extrem schnell abgebaut, bei den hohen Asphalt-Temperaturen.

Würde es Dich reizen, auf Dauer einen GT3 zu fahren?
Das ist auch immer eine Frage des Gesamtpaketes. Ein GT3 bringt natürlich mehr Spaß und ist mehr Rennauto als beispielsweise das BMW-Cup-Auto, das ist schon klar. Ich würde niemals nie sagen. Grundsätzlich fühle ich mich im Cup-Auto wohl. Die letzten beiden Rennen war es in der VLN ja auch wieder sehr erfolgreich. Ich konnte den Weg des letzten Jahres wieder so ein bisschen einschlagen. Ich hoffe, den auch noch weiter gehen zu können. Dann bin ich auch damit sehr zufrieden.