08.03.2017

Interview Karl Mauer – Teil 5: „Wir wollen die kleineren Teams finanziell entlasten“

Was versprechen Sie sich davon, in der GT3-Klasse drei unterschiedliche Wertungen einzuführen?
Wir erhoffen uns, dass dadurch mehr GT3-Autos in der VLN an den Start gehen, vor allem GT3-Autos der ersten Generation, mit denen man gegen die neuen Autos keine Erfolgschancen hat. Mit einer Gentlemen-Wertung wollen wir zudem Privatfahrer die Möglichkeit bieten, mit einem GT3-Auto an der VLN teilzunehmen. Und, mal ganz ehrlich: Wir versprechen uns davon natürlich auch höhere Nenngeldeinnahmen. Die brauchen wir, um die Teams in den unteren Nenngeldkategorien zu entlasten. Es enttäuscht mich immer, dass viele Kritiker, die an der VLN ihr Mütchen kühlen, diesen Mechanismus offenbar bewusst ignorieren. Wir wollen die Teams in den kleineren Klassen wirklich finanziell entlasten. Und das können wir nur, indem wir uns dort, wo das Geld in größerem Umfang zur Verfügung steht, mehr Geld holen. Das akzeptieren erstaunlicherweise die Teams, die mit großen Budgets arbeiten; sie animieren die VLN sogar, diesen Gedanken weiterzuführen. Nur, ich wiederhole mich, diejenigen, die in den Krümeln suchen, weigern sich offenbar, diesen Mechanismus zu erkennen und zu akzeptieren.

Diese ewigen Kritiker – oder sind es penetrante Nörgler – behaupten ja auch, dass die VLN gar keine Breitensport-Serie mehr sei.
Ich weiß nicht, ob es einen Manuel Metzger oder einen Christian Krognes oder einen Victor Bouveng oder einen Tim Scheerbarth oder einen Patrick Assenheimer oder eine Daniela Schmid ohne die VLN heute in einem GT3-Rennauto gäbe. Mir ist keine andere Rennserie auf der ganzen Welt bekannt, in der sich eine Fahrerin oder ein Fahrer mit außergewöhnlichem Talent aus einer der untersten Fahrzeugklassen bis auf GT3-Level hochfahren könnte – und von dort teilweise sogar den Sprung in andere Rennserien mit hohem Niveau schafft. Insofern habe ich überhaupt kein Problem mit der GT3 in der VLN. Wir müssen nur dafür sorgen, dass ein entsprechend respektvoller Umgang untereinander auf der Rennstrecke herrscht und dass gewisse Grenzen nicht überschritten werden.


Das komplette Interview lesen Sie in „Grüne Hölle 2016“.
Das VLN-Jahrbuch über die letztjährige Saison vermittelt mit eingehenden Reportagen erstmals ein in Breite und Tiefe eindrückliches Bild von der enorm hohen Komplexität im Rennmanagement der weltweit einzigartigen Breitensport-Rennserie auf der Nürburgring-Nordschleife.
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