31.03.2007

Mamerow gewinnt spannenden Vater-Sohn-Dreikampf

Die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring startete fulminant in die neue Saison. Drei Vater-Sohn-Gespanne machten den Sieg bei der 55. ADAC Westfalenfahrt unter sich aus. Vor 28.000 Zuschauern fuhren Christian und Peter Mamerow (beide Castrop-Rauxel) im Porsche 911 GT3 zu ihrem ersten gemeinsamen Sieg. In einem spannenden Kampf um Platz zwei setzten sich Ralf und Andreas Schall (beide Dornstadt) im Opel Astra V8 Coupé – verstärkt durch Volker Strycek (Dehrn) – gegen Johannes und Hans-Joachim Stuck (Mauren und Ellmau) durch, die zusammen mit Claudia Hürtgen (Aachen) den ersten Podiumserfolg des BMW Z4 M Coupé feierten. Im Ziel trennten die beiden Fahrzeuge nur 2,298 Sekunden.

Der erste Lauf des Jahres war von einer hohen Leistungsdichte an der Spitze des Feldes geprägt, einige der Top-Teams blieben aber nach technischen Defekten auf der Strecke. Marcel Tiemann (Monaco) und Marc Lieb (Ludwigsburg) mussten im Training nach einem Motorschaden am Manthey-Porsche bereits die Segel streichen, Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf) stellten den neuen Porsche Cayman nach zwölf Runden mit einem Kupplungsschaden ab. Von Platz vier aus gestartet, übernahm Marc Basseng (Leutenbach) noch in der ersten Runde die Führung. Mit Neuzugang Marc Hennerici (Bonn) am Steuer schied der Land-Porsche nach 15 Runden dann mit einem Getriebeschaden aus. 185 Fahrzeuge nahmen das Zeittraining der 55. ADAC Westfalenfahrt auf, zum Rennen starteten 170 Teams.

„Unser Porsche lief heute perfekt“, sagte Peter Mamerow, der in der Anfangsphase des Rennens eine Schrecksekunde erlebte, als sein Sohn mit einem zu überrundenden Fahrzeug kollidierte. „Die Frontpartie wurde dabei beschädigt, zum Glück hatte dies kaum Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Ich hoffe, dass dies nicht unser letzter Sieg in diesem Jahr sein wird.“ Für die erste große Überraschung der Saison sorgte Volker Strycek, der das Opel Astra V8 Coupé mit Trainingsbestzeit auf die Pole-Position stellte. Über den gesamten Rennverlauf konnte sich die Schall-Mannschaft in der Spitzengruppe behaupten. „Ein tolles Gefühl, von der Pole zu starten“, sagte Ralf Schall. „Unser Rennen war einfach super und mein Zweikampf mit Hans-Joachim Stuck in der Schlussphase hat mir viel Spaß gemacht.“ Altmeister Stuck lobte vor allem die Leistung seines Sohnes: „Johannes war heute bei seinem ersten Renneinsatz im BMW Z4 M Coupé richtig gut drauf. Ich bin davon überzeugt, dass er sich gut auf den Wagen einstellen wird, so dass er zusammen mit Claudia und mir gegen Ende des Jahres auf einem Niveau liegt.“ Auf dem Siegerpodest zeigte Stuck-Senior Gefühle, als er den Freudentränen freien Lauf ließ. „Johannes entwickelt sich zu einem prächtigen Rennfahrer. Im Gegensatz zu mir, fährt er schon in jungen Jahren äußerst intelligent – die beste Voraussetzung für einen guten Langstreckenfahrer.“

Bei dem einmaligen Einsatz im Rahmen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring rettete sich das Schnitzer-Team mit Jörg Müller (Monaco) und dem amtierenden Tourenwagen-Weltmeister Andy Prilaux (Großbritannien) auf Platz vier ins Ziel. Lange Zeit auf Podiumskurs gelegen, klagten die beiden BMW-Werksfahrer in der Schlussphase über mangelnde Leistung. „Wir haben trotzdem eine Menge an wichtigen Daten gesammelt, die uns bei der finalen Entwicklung des BMW Z4 M Coupé helfen“, so Teamchef Charly Lamm.

Premierensieg im Civic-Cup für Henrich/Schulten/Engelbracht
Mit einer starken Leistung sicherten sich Ludger Henrich (Schmitten), Jürgen Schulten (Hamminkeln) und Helmut H. Engelbracht (Rheurdt) bei ihrer Honda-Premiere den ersten Sieg in der Civic-Cup-Klasse. Mit einem Rückstand von 1:23.006 Minuten ging Platz zwei an Stefan Schlesack (Remscheid) und Ex-DTM-Pilot Klaus Niedzwiedz (Waltrop). Punkte in der Cup-Wertung werden erst ab dem dritten Lauf vergeben. „Trotzdem war uns dieser Erfolg wichtig“, so Henrich, „denn wir wollen schließlich auch Punkte für die Langstreckenmeisterschaft sammeln.“ In den weiteren Cup-Klassen triumphierten Florian Stoll und Sebastian Tschornia (Seat Leon Supercopa), Jörg Otto und Christopher Gerhard (Porsche-Cup, Version 996), Jochen Krumbach und Michael Schrey (Porsche-Cup, Version 997) sowie Guido Michels und Harald Weckbecker (Peugeot 206 RC). Mit einem Klassensieg bei den VLN-Specials bis 1.400 ccm Hubraum sicherte sich Florian Frensch (Oberwinter) den ersten Erfolg für die Cup-Wertung im Toyota Yaris Langstrecken-Cup.

Der zweite Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring startet bereits in zwei Wochen. Am 14. April findet die erfolgreichste Breitensportserie Europas dann mit dem 32. DMV 4-Stunden-Rennen ihre Fortsetzung.