Der Opel Astra OPC Cup genießt innerhalb der VLN Langstreckenmeisterschaft eine Sonderstellung, handelt es sich doch um einen Markenpokal, der in die populärste Breitensportserie Europas eingebettet ist. Alle Teilnehmer starten mit identischen Cup-Fahrzeugen – das fahrerische Potential steht im Vordergrund. Um die Gleichheit der Astra OPC zu überwachen, setzt Opel zwei erfahrene Technische Kommissare ein, die sich ausschließlich um die Kompaktsportler aus Rüsselsheim kümmern. Gerhard Grüber und Florian Mai sind bei allen Veranstaltungen vor Ort und kennen die Astras wir ihre Westentasche.

Es gehört nicht besonders viel kriminelle Energie dazu, um im Motorsport in eine Grauzone abzudriften. Erfahrene Teams verfügen über spitzfindige Techniker, die das Technische Reglement nicht nur bis ins kleinste Detail studiert haben, sondern auch bis an die Grenzen ausnutzen. Egal, ob an bestimmten Stellen eine Lücke im Reglement existiert oder bestimmte Fakten einfach nur unterschiedlich ausgelegt werden – für die Opel-Techniker handelt es sich um das übliche Katz- und Mausspiel.

„Es gab in diesem Jahr – der Premierensaison des Opel Astra OPC Cup – noch keine nennenswerten Vorfälle“, sagt Grüber. „Das liegt zum einen sicherlich daran, dass der Cup und sein Reglement noch sehr jung sind, auf der anderen Seite sind die Regularien sehr exakt formuliert, so dass wenig Interpretationsspielraum bleibt.“ Die Cup-Fahrzeuge sind an den wichtigsten Einheitsbauteilen verplombt, deren Modifikation unter Umständen zu einem Wettbewerbsvorteil führen könnten. „Das Getriebe, der Turbolader, der Motor und diverse Sensoren verfügen über Plomben, so dass in diesen Bereichen keine Veränderungen vorgenommen werden können“, erklärt Mai. „Das hat für uns den großen Vorteil, dass wir uns mit nur einem Blick sicher sein können, dass an den Teilen nichts geändert wurde.“ Tiefe Einblicke in die Fahrzeuge selber bieten auch die Datalogger, welche die wichtigsten Parameter während des Trainings und des Rennens aufzeichnen. „Hier sind Abweichungen von der Norm ebenfalls auf einen Blick sichtbar“, sagt Mai.

Alle Cup-Fahrzeuge werden vor dem Rennen einer Technischen Abnahme unterzogen, die sich allerdings auf eine grobe Sichtkontrolle und die Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen beschränkt. Nach dem Rennen werden gezielt Fahrzeuge einer Nachuntersuchung unterzogen. „Das muss nicht immer der Klassensieger sein“, sagt Grüber. „Wir definieren vor dem Rennen zusammen mit den Sportkommissaren der VLN, dass beispielsweise derjenige mit der schnellsten Rennrunde, der Trainingsschnellste oder irgendein anderes zuvor festgelegtes Fahrzeug genauer unter die Lupe genommen wird.“ Daneben greifen Grüber und Mai nur dann ein, wenn ein Cup-Teilnehmer gegen das Fahrzeug eines Mitstreiters einen Protest einlegt und so eine gezielte Nachuntersuchung einfordert.

„Alles in allem können wir uns nicht beklagen“, sagt Grüber. „Zwischen den Teilnehmern und uns herrscht ein respektvolles Miteinander. Die Rollen sind klar verteilt. Das hindert uns aber nicht daran, abends gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und einfach nur nett miteinander zu fachsimpeln.“