Sicherheit steht in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring im Vordergrund – nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Streckenposten. Sind auf der stellenweise sehr engen und unübersichtlichen Nordschleife bei Bergung und Sicherung im Einsatz, sollten sie auf die Vernunft der Piloten hoffen, die ihre Fahrweise anpassen müssen. Doch nicht immer fahren die Piloten deutlich langsamer, so wie es die motorsportlichen Regeln vorsehen. Warum auch: Bisher war auf dem über 24 Kilometer langen Kurs eine genaue Geschwindigkeitskontrolle fast unmöglich. Doch das ist seit diesem Jahr anders: mit der Einführung des GPSauge kann die Rennleitung nun genau die Piloten und ihre Geschwindigkeit erfahren.

Auf der Nordschleife und dem GP-Kurs sind Marshalls auf 200 Positionen im Einsatz, die auf einer digitalisierten und einer satellitenbasierenden Karte eingezeichnet sind. Um diese Karte zu erstellen, wurde im Vorfeld die Nordschleife mehrfach vermessen. „Jeder Streckenposten ist mit einem Funkgerät – und falls dieses nicht funktioniert mit einem Telefon – ausgestattet“, erklärt VLN-Geschäftsführer Karl Mauer. „Bei einem Zwischenfall meldet sich der entsprechende Posten bei der Rennleitung“. Hier werden die weiteren Maßnahmen angeordnet. Im gemeldeten Abschnitt kann es dann zu zwei Situationen kommen: Bei einer geschwenkten Flagge besteht Überholverbot. Müssen aber zwei gelbe Flaggen geschwenkt werden, dürften die Piloten nicht schneller als 60 km/h fahren. Damit sollen die Marschalls, die auf der Strecke arbeiten, abgesichert werden. In diesem Fall kommt das GPSauge zum Einsatz. Das System zeigt nicht nur an, wo und wie schnell ein Fahrzeug unterwegs ist, es registriert auch, ob ein Teilnehmer schneller als mit den vorgegebenen 60km/h unterwegs ist. In diesem Fall geht sofort eine Meldung an die Rennleitung. „Wir bekommen eine automatische Anzeige, wer wo zu schnell fährt“, so Mauer. „Diese Zwischenfälle werden zusätzlich automatisch ausgedruckt.“

Das GPSauge hat die Größe eines durchschnittlichen Smartphones und ist in jedem Fahrzeug eingebaut. Zwei Antennen senden an Satelliten, die wie bei einem Navigationsystem die Position des Teilnehmers auf der Strecke feststellen. Eine eingebaute SIM-Karte sendet die gesammelten Positions- und Geschwindigkeitsdaten per Datennetz an einen Server, der die aufbereiteten Daten an eine App sendet. Auf einer Karte sind dann die Startnummer, Position und Geschwindigkeit der einzelnen Teilnehmer zu sehen. Sollte in einem Abschnitt der Nordschleife kein Netz sein, so speichert das GPSauge die Daten bis zu zehn Minuten und versendet sie, sobald wieder eine Verbindung besteht. Dabei kann nicht nur die Rennleitung auf die Daten zurückgreifen. Auch die Teams und Zuschauer können sich die App runterladen - allerdings mit unterschiedlichen Rechten. Die App funktioniert unter iOS und ist unter dem Stichwort ‚gpsauge‘ im Appstore zu finden.