Moritz Oberheim war im Jahr 2015 einer der VLN-Neulinge. Nicht weiter verwunderlich, war der Schermbecker doch erst 18 Jahre alt. Seine zwangsläufig geringeren Erfahrungen auf der Nordschleife hielten ihn jedoch nicht davon ab, so manchem alten Hasen den Schneid abzukaufen. Wie beispielsweise Ralf Schall und Mario Merten, die er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Michele di Martino im BMW M235i Racing-Cup auf den zweiten Gesamtrang verwies. Oberheim hat schnell gelernt, mit den Tücken der Nordschleife klarzukommen. Als verdienten Lohn gab es neben dem furiosen Cup-Erfolg auch die VLN-Junior-Trophäe.


Hatzenbach: Eine recht gleichmäßiger Abschnitt mit recht hohen Geschwindigkeiten. Ich finde ihn sehr schön, weil man hier richtig flüssig durch die Kurven fahren kann, zumal gravierende Bodenwellen hier nicht vorhanden sind.


Quiddelbacher-Höhe/Flugplatz: Hier geht es mit den Bodenwellen richtig los. Das Auto wird erstmalig richtig ausgehebelt. In meinem BMW kann ich hier Vollgas geben, auch wenn ich auf der Kuppe vor dem Flugplatz komplett die Bodenhaftung verliere. Im Flugplatz selber muss dann in der Rechtskurve etwas Gas rausgenommen werden. Dann geht’s runter zum Schwedenkreuz, da können wir voll stehenlassen.


Schwedenkreuz: Unser Auto hat keinen Abtrieb, weshalb ich hier auf jeden Fall vom Gas gehen muss. Nichtsdestotrotz bin ich da immer noch mit circa 200 km/h unterwegs. Da geht der Puls dann ganz schön nach oben. Dann muss vor der Arembergkurve runtergebremst werden, vom fünften geht es in den vierten Gang und dann mit rund 130 km/h durch die Rechtskurve.


Fuchsröhre/Adenauer Forst: In der Fuchsröhre geht es mächtig zur Sache. Erst mit Vollgas bergab und dann bergauf. Da wird man extrem in den Sitz gedrückt. Es ist wirklich wie in einer Achterbahn – echt gewaltig. Im Adenauer Forst kommt dann eine recht langsame Schikane. Die ist aber extrem wichtig, weil man möglichst viel Geschwindigkeit für die folgende lange Gerade mit rausnehmen muss.


Kallenhard/Wehrseifen: Eine lange Gerade – Vollgas. Dann kommt die Dreifach-Rechts vor den Wehrseifen. Hier kann man sogar noch recht schnell unterwegs sein. In den Wehrseifen heißt es dann aber runterschalten in den dritten Gang. Das ist die langsamste Stelle an der ganzen Nordschleife.


Bergwerk/Kesselchen: Hier kommt es besonders auf die Bergwerk-Kurve an. Ich bin der Meinung, dass es schlau ist, besonders spät reinzufahren, um möglichst viel Schwung auf die lange Gerade mitzunehmen. Das gilt zumindest für mein Auto. So kann ich schnell wieder aufs Gas. Das trete ich dann auch auf dem Bergauf-Stück bis zum Kesselchen voll durch. Im Kesselchen kommen dann die Mutkurven.


Karussel/Hohe Acht/Wippermann: Das Karaussel ist eine Steilkurve, die ich mit 90 km/h durchfahre. Dann geht’s rauf zur Hohen Acht und danach Hedwigshöhe und Wippermann. Dieser Abschnitt macht einfach Megabock. Diese wechselnden Kurven liegen unserem Auto. Hier heißt es: so flüssig wie möglich durchkommen.


Brünnchen: Ein ganz besonderer Abschnitt. Hier sind eigentlich die meisten Zuschauer an der Strecke und man fährt direkt auf sie zu. Das ist schon extrem geil da einzubiegen und spornt auch an. Allerdings ist man im Zwiespalt: einerseits will man sich beweisen, anderseits natürlich nicht abfliegen.


Eiskurve/Pflanzgarten: Die Eiskurve ist eigentlich normal zu fahren. Dann geht’s auf die Sprungkuppe am Pflanzgarten zu. Davor lupfe ich meist, sonst knallt man da zu extrem drüber. Danach muss man höllisch aufpassen. Nach der zweiten Links geht es massiv bergab. Da hebelt das Auto auch stark aus. Im Anschluss kommt noch ein anspruchsvoller Abschnitt. Da hüpft das Auto richtig. Eine sehr schwierige Passage.


Schwalbenschwanz: Das kleine Karussell. Die erste Kurve ist nichts Besonderes. In der zweiten kann es aber leicht passieren, dass man sich in die Leitplanke dreht. Man darf nicht zu früh aufs Gas gehen.


Galgenkopf/Döttinger Höhe: Ganz wichtig. Ich kann die Rechtskurve nicht voll fahren, aber so am Gas bleiben, dass ich den maximalen Schwung auf die Döttinger Höhe mitnehmen kann.


Tiergarten/Hohenrain Schikane: Hier nutze ich die Motorbremse, schalte vom siebten in den sechsten – mit guten Reifen ist das dann die ideale Geschwindigkeit. Allerdings muss man da wieder aufpassen, denn im Tiergarten ist ein großer Buckel, der das Auto sehr instabil macht. Beim Anbremsen auf die Schikane darf man nicht zu doll bremsen, sonst reagiert das Auto nicht mehr. Dann hat man die Runde geschafft und ist wieder auf dem Grand-Prix-Kurs.